Vom Apfel in die Flasche

Bei der Mosterei Binninger in Nördlingen herrscht Hochbetrieb. Seit diesem Jahr produziert sie einen veganen klaren Saft.

Wer in diesen Tagen Äpfel bei der Mosterei Binninger anliefert, der bekommt pro Doppelzentner eine Gutschrift von 60 Litern auf seinem Saftkonto. Die Äpfel werden gewaschen (von links oben im Uhrzeigersinn nach links unten), danach gemahlen und gepresst. Der Saft wird dann kurz erhitzt, um ihn haltbar zu machen. Danach lagert er in den Edelstahltanks bei acht bis zehn Grad, bis er je nach Bedarf in Flaschen abgefüllt wird.

Der Spätsommer duftet fruchtig und herbsüß, nach frisch gepressten Äpfeln. Ein Aroma, das derzeit wie ein Versprechen über dem Betriebsgelände der Mosterei Binninger in Nördlingen am Reuthebogen liegt. Ein Versprechen auf puren Genuss, auf Direktsaft aus Rieser Äpfeln. Was anderes kommt bei Karl, Florian und Fabian Altmann nicht in die Flasche.

Ein Konzept, das aufgeht. „Das Regionale fruchtet“, freut sich Seniorchef Karl Altmann. Mit seinem Rieser Apfelsaft liegt der Familienbetrieb voll im Megatrend der Nahrungsmittelindustrie „Regionalität ist das neue Bio“. „Die Leute wollen wissen woher ihr Saft kommt und was drin ist“, sagt Altmann. Bei seinem Apfelsaft könnten sie sich sicher sein, dass hier nur Äpfel von Bäumen aus einem Umkreis von wenigen Kilometern verarbeitet würden.

Besonders hoch ist die Identifikation natürlich bei den Privatleuten, die ihre eigenen Äpfel anliefern. Die bekommen für jeden Doppelzentner Äpfel eine Gutschrift von 60 Litern auf dem Saftkonto und können dann das ganze Jahr über verbilligt aus dem großen Sortiment des Getränkemarkts einkaufen. Auch dem Trend zur veganen Ernährung tragen die Altmanns seit diesem Jahr verstärkt Rechnung. Neben dem, von Natur aus veganen, trüben Apfelsaft ist seit diesem Jahr auch ihr klarer Apfelsaft vegan. „Weil wir jetzt zum Klären statt Gelatine Kartoffelprotein einsetzen“, sagt Florian Altmann.

Wenn die Apfelbaumbesitzer ihre Äpfel nach dem Wiegen in das große, seit diesem Jahr mit einem neuen Boden und einem Schattenspendenden Dach ausgestattete Silo geschüttet haben, dann beginnt die Arbeit für die Mitarbeiter der Mosterei. Die Äpfel werden gewaschen und gelangen über eine Förderschnecke hinauf zu den beiden großen Pressen. „Auf dem Weg zur Presse werden die Äpfel gemahlen, fein wie Apfelmus, denn aus der Maische haben wir mehr Ausbeute“, sagt Florian Altmann. 100 Kilogramm Äpfel ergeben rund 60 Liter Saft. Jeder der großen Pressen verarbeitet fünf Tonnen Äpfel auf einmal. Den ausgepressten Trester verfüttern Jäger und Landwirte an ihre Tiere.

Für 30 Sekunden auf 90 Grad erhitzt

Der frisch gepresste Apfelsaft hat aktuell bereits einen Oechslegrad von 47. Ein sehr guter Wert, der in den nächsten Wochen aber noch auf über 50˚ Oechsle steigen kann. Um den Frischsaft haltbar zu machen wird er für 30 Sekunden auf 90 Grad erhitzt und dann sofort wieder auf 20 Grad abgekühlt. „Dieses Verfahren ist sehr schonend, so bleiben die gesunden Inhaltsstoffe und der Geschmack erhalten“, versichert Altmann. Zuletzt wird der Apfelsaft in die Edelstahltanks gepumpt, wo er bis November auf 8 bis 10 Grad Lagertemperatur herunter gekühlt und je nach Bedarf in Flaschen abgefüllt wird – für Spätsommeraroma das ganze Jahr.

Tipp: Den Weg des Apfels bis zur Flasche hautnah miterleben kann man an diesem Wochenende beim Tag der offenen Tür der Mosterei Binninger. Am Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr gibt es stündlich Betriebsführungen mit Einblicken in die Produktion und das Tanklager, ein Rahmenprogramm mit Gewinnspiel, eine Kinderspielstraße und eine Aktionsmeile mit tollen Angeboten. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Rieser Nachrichten vom 18.09.2016, von Gabriele Neumeyer

zurück zur Bildergalerie

 
www.natürlich-binninger.de