Ein gutes Apfeljahr - Freude auch über gute Qualität

Nördlingen - Die Mostsaison 2012 neigt sich dem Ende. Arbeitsreiche Wochen liegen hinter den Mitarbeitern der Nördlinger Mosterei Binninger. Zeit für ein Resümee. „Nach drei schwachen Jahren mit dem Totalausfall in 2009, war dieses Jahr ein gutes Jahr“, zieht Karl Altmann Bilanz.

Der Eindruck, dass dieses Jahr an den Apfelbäumen besonders viele Äpfel hingen, täuscht also nicht. Dies bestätigt Karl Altmann. „Bäume, die keinen Frost abbekommen haben, hängen dieses Jahr richtig voll. Andererseits berichten mir immer wieder Kunden, dass an manchen Bäumen kein einziger Apfel hängt. Das kann im selben Dorf sein, wie in Forheim, dass manche Bäume voll hängen und andere gar nicht tragen. Oder sogar am selben Baum, wenn nur eine Seite einen Frost abgekriegt hat.“

2012 ein Apfeljahr mit einer guten Menge und sehr guter Qualität, wir dürfen uns auf einen besonders leckeren Apfelsaft freuen.

2000 Tonnen kommen zusammen

Altmann rechnet, dass in der Mostsaison 2012, die bereits Ende August begann, bis zum Saisonende Ende Oktober etwa 2000 Tonnen Äpfel aus der näheren und weiteren Umgebung in seiner Mosterei zusammenkommen werden. „Eine gute Durchschnittsernte“, ordnet er die Ernte 2012 ein. Aus den Äpfeln werden in den modernen Anlagen in einem schonenden Verfahren rund 1,3 Millionen Liter bester Apfelsaft gepresst. Der schmeckt besonders gut, weil auf den Streuobstwiesen viele verschiedene Apfelsorten wachsen und die Mischung einen besonders aromatischen Saft ergibt. Dem Vorurteil „Äpfel aufsammeln und abgeben lohnt sich doch gar nicht mehr“ tritt er mit einem Rechenbeispiel entgegen. „Wer 100 Kilo Äpfel abgibt, bekommt eine Gutschrift für 60 Liter Saft, die er mit einem Preisvorteil von 55 Cent pro Liter verbilligt einkaufen kann. Dies entspricht einer Ersparnis von 33 Euro“, so der Moster.

Trockener Sommer hatte seine Vorteile

Sehr gut ist die Qualität. Altmann führt sie auf den relativ heißen, trockenen Sommer zurück. „Wir haben jetzt schon 53˚ Oechsle, und das kann sich sogar noch um ein bis zwei Grad nach oben bewegen“, erklärt er. „Eine Wahnsinnsqualität, die bei uns eins zu eins abgefüllt wird.“

Auskunft über den Reifegrad

Die Oechslegrade geben Auskunft über den Reifegrad der Äpfel. Sie werden über den Anteil des natürlichen Fruchtzuckers im frisch gepressten Apfelsaft bestimmt. Florian Altmann verwendet für die Messung in der Regel einen modernen Refraktometer. Für eine Messung braucht er nur wenige Tropfen. Das Mostgewicht wird bei dieser Methode über die Lichtbrechung der Flüssigkeit gemessen. „Das geht schnell und einfach“, schildert er die Vorteile.

Messung mit Aräometer

Aufwendiger, jedoch für den Laien besser nachvollziehbar, ist die Messung des Mostgewichts mit einem Aräometer. Dazu füllt Florian Altmann aus dem Tank heraus einen Glaszylinder mit frisch gepresstem Apfelsaft. Dorthinein stellt er einen Auftriebskörper mit einem Gewicht am unteren Ende und einem dünnen Glasröhrchen, auf dem sich eine Skala befindet, am oberen Ende. Der frische Apfelsaft schäumt zwar noch ein wenig, doch als der Aräometer zum Stillstand kommt, lässt sich die Skala gut ablesen. Fast 55˚ Oechsle!

Rieser Nachrichten vom 13.10.2012, von Gabriele Neumeyer

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